Auktion (218) » Graphik » Katalog-Nr.: 1220

Kategorie : Graphik
Technik : Kupferstich
Material : Papier
Art: : Karten
Land: : Belgien
Alter: : 16. Jahrhundert

Limit
:
100,00 €

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Frans Hogenberg (1535 - 1590/95) - alt Kolorierte Kupferstichkarte/Radierung auf Papier, "Bardowick,- Vogelschau.- Braun-Hogenberg,- Bardewick, 1588", nach Daniel Frese (1540 - 1611)

unten rechts "Daniel Frese pinxit 1588", originaler Erhaltungszustand, unter Passepartout hinter Glas gerahmt, Blattmaße: 40,5cm x 54cm, Gesamtmaße: 55,5cm x 67cm

Frans Hogenberg (1535 - 1590/95)

geboren um 1535 in Mecheln - gestorben um 1590/95 in Köln

Flämischer Kupferstecher, Radierer und Verleger. Mitglied der Künstlerfamilie Hogenberg, die im 16. und 17. Jahrhundert in Mecheln, Köln und England tätig war. Er gab 1572 zusammen mit Georg Braun das Städteansichtenbuch Civitates Orbis Terrarum heraus. Auch zahlreiche Kupferstiche der von Dietrich Graminäus herausgegebenen Beschreibung derer Fürstlicher Güligscher ec. Hochzeit, Köln 1587, stammen von ihm. 1570 hatte der Niederländer Abraham Ortelius seinen berühmten Weltatlas Theatrum Orbis Terrarum veröffentlicht - der erste seiner Art. Der Atlas war ein großer Erfolg und deshalb wohl Anreiz für die Edition der Civitates Orbis Terrarum, die in Größe und Gestaltung dem Weltatlas von Ortelius recht ähnlich aufgemacht und wohl auch als eine Art Ergänzung gedacht waren. Die Bilderhandschrift Civitates Orbis Terrarum umfassen über 600 wirklichkeitsnahe Stadtansichten und Stadtpläne mit einem Gesamtumfang von ca. 1600 Seiten. Sie wurden in sechs Bänden zwischen 1572-18 herausgegeben und zeigten alle größeren Städte in Europa, Afrika, Asien und sogar in Amerika. Als Verleger fungierte Georg Braun, ein Theologe, der von 1541-1622 lebte. Hogenberg war der Graveur für die ersten 4 Bände. Er schuf schon zuvor verschiedene Landkarten für Abraham Ortelius. Der 5. und 6. Band wurden von Simon van den Neuwel (auch: Novellanus) erstellt. Für unser Wissen über mittelalterliche Stadtstrukturen - vor den immensen Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges und barocker Umbauten - sind diese Stiche von ihm von einzigartiger Bedeutung. Zur Detailfülle von Stadt und Landschaft tritt die reich ausgestattete Staffage - Fuhrwerke, Schiffe, zeitgenössische Trachten sowie jeweils zahlreiche Genreszenen. Dekorative Wappen und Einzelaufrisse kommen hinzu. Die Platten kamen später in den Besitz des Kartenherstellers Jan Jansson aus Holland. Er führte verschiedene Modifikationen durch und legte die Städteansichten im Jahr 1657 in Amsterdam neu auf. Die Civitates Orbis Terrarum von Braun und Hogenberg sind wegen ihrer kunstvollen Ausgestaltung heute von Sammlern sehr geschätzt. Literatur: Thieme Becker, Band XVII (Heubel-Hubard), Seite 306f.